Die Getreidemühle auf Gut Erpenbeck

sie mahlt noch immer

Im März des Jahres 1865 wurde die Mühlenanlage an die Familie Osterhaus verpachtet, die sie heute noch – allerdings nur das Sägewerk – in der fünften Generation betreibt. Laut Pachtvertrag vom 01.01.1881 zahlte Osterhaus für die Oel-und Zichorienmühle 300 Mark und für die Sägemühle 525 Mark Jahrespacht. Die heute wieder reaktivierte Getreidemühle hatte Erpenbeck im Jahre 1885 bauen lassen. Die zwei Mahlgänge wurden bei Wassermangel durch eine Lokomobile betrieben, sonst über das Wasserrad. 1923 folgte die Umstellung des Antriebes, es wurde eine leistungsfähigere Turbine eingebaut, die auch Lichtstrom lieferte. 1934 verzichtete Erpenbeck bereits auf den Wasserantrieb und verkaufte das Staurecht. Das unterschlächtige Wasserrad wurde demontiert. Der Antrieb erfolgte nunmehr über Motorkraft. Im Jahre 1970 legte die Familie Osterhaus die Kornmühle schließlich still. Die Boke- und Zichonenmühle waren bereits vor dem 1. Weltkrieg demontiert worden. Der Bau wurde ab 1927 durch die Familie Bettler als Schmiede genutzt. Die Oelmühle war noch bis 1962 in Betrieb. Nachdem die Einrichtung dann abgebaut und an das Freilichtmuseum in Hagen verkauft worden war, wo sie auf den Wiederaufbau als Museumsstück wartet, diente auch dieser Raum als Schmiede. Innerhalb des Erpenbeckschen Mühlenkomplexes wurde ab Anfang dieses Jahrhunderts auch Holz gesägt. „Im drügen Jahr 1911“ (Giebelinschrift) baute Erpenbeck eine Sägemühle mit Horizontalgatter.  Die Mühle lag rechtwinkelig zum Bach und wurde 1943 durch

 

Bomben schwer beschädigt. Der Bombenangriff zog das 1943 installierte Vertikalvollgatter stark in Mitleidenschaft. Im Jahre 1991 fand die Restaurierung der Erpenbeckschen Getreidemühle ihren Abschluß. Wir erreichen sie über die Straße von Ladbergen nach Kattenvenne/Glandorf (B 475), wobei wir nach ca. 4 km in Höhe der Gaststätte „Heideblümchen“ nach links auf die Erpenbecker Straße abbiegen. Kurz bevor die Landstraße den Ladberger Mühlenbach überquert, steht das Gebäude auf der linken Seite. Es liegt auf dem Ladbergener Teil der Gutsländereien. Der Gutshof mit dem Haus Erpenbeck gehört indes zur Lengericher Bauerschaft Ringel. Er versteckt sich auf der anderen Bachseite in hohen Eichen. Das Wohnhaus und einige Nebengebäude sind mit einer rechteckigen Gräfte umgeben. Auch der Mühlenstau war in die Wasserhaltung einbezogen.

Die Getreidemühle, die noch mit kompletter Mechanik und Elektromotorantrieb ausgestattet war, konnte im Mai 1989 von der Gemeinde langfristig gepachtet werden. Im Jahre 1989/90 wurde diese Mühle mit finanzieller Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landschaftsverbandes sowie mit tatkräftiger Unterstützung des Kreises, des Heimatvereins und der Familie Erpenbeck restauriert und funktionstüchtig wieder hergestellt. Sie ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit Hilfe des Heimatvereins finden auf Anfrage Mahlvorführungen statt.

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Gut Erpenbeck
Erpenbecker Str.128
49525 Lengerich

Tel: 05485/96090
Fax: 05485/96095

E-Mail: info@gut-erpenbeck.de
Internet: www.gut-erpenbeck.de

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